Warum du dich immer wieder in die falschen Menschen verliebst – die unbewusste Bindung verstehen

|Jessica Zeyer
meditierender mann nutzt das Gesetz der anziehung um seinen Wunschpartner anzuziehen

Wenn du dich mit diesem Artikel beschäftigst, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit unglücklich verliebt oder hängst in einer unbefriedigenden Bindung fest und kannst dich nicht lösen.

Weil du denkst, er oder sie ist dein Seelenpartner. Oder du glaubst sogar, wenn man liebt, dann ist das eben so: Man hat Herzschmerz. 

Aber diese Annahmen sind falsch. Weder hat Liebe etwas mit Kummer und Leid zu tun, noch behandelt dich ein Mensch, der dich liebt und dein "Seelenpartner" ist, schlecht. Eine liebende Person zieht sich auch nicht zurück, stellt die Kommunikation ein oder läuft vor dir weg. Sie bleibt bei dir, spricht mit dir und hält zu jedem Zeitpunkt einen Dialog aufrecht. Liebe hat nichts mit Leiden zu tun.

Wenn du nun erneut an einen Partner geraten bist, der emotional nicht verfügbar ist, dich mit Nähe und Distanz Verhalten verunsichert und dich immer wieder im Zweifel lässt, dann ist einzig und alleine dein Paradigm (Paradigma) dafür verantwortlich, nicht die andere Person. Das bedeutet nicht, dass du ihr Verhalten verschuldet hast und dafür die Verantwortung trägst. Aber: Du, bzw. dein Paradigm (Paradigma), hast diese Person angezogen. 

Und obwohl du dir eine liebevolle und stabile Beziehung wünschst, scheinst du nun abermals dieselben schmerzhaften Erfahrungen zu wiederholen.

Weil dein Paradigm (Paradigma) das einzige tut, was es kann: Die Replay Taste drücken und den gleichen Film wieder und wieder abspielen und erneut mit gleichartigen Menschen in Resonanz gehen.

Viele meiner Kunden glauben in dieser Situation, sie hätten einfach nur Pech in der Liebe oder würden ständig an die falschen Menschen geraten, weil das "Universum" sie prüfen will und man noch "Lernaufgaben" habe. 

Doch tatsächlich liegt die Ursache deiner Beziehungsproblematik und die eigentliche Antwort oder Lösung nur in deinem Unterbewusstsein, dem Sitz deines Paradigms (Paradigma).

Dein Unterbewusstsein sucht nicht nach Glück – sondern nur nach Vertrautheit

Das klingt zunächst widersprüchlich. Warum sollte dein Unterbewusstsein ausgerechnet Erfahrungen wiederholen wollen, die dir wehtun, dir schaden?

Die Antwort ist ziemlich einfach.

Unser Unterbewusstsein bewertet Situationen nicht danach, ob sie gut oder schlecht für uns sind. Es unterscheidet vielmehr zwischen vertraut und unvertraut.

Alles, was du über viele Jahre erlebt hast, insbesondere deine Kindheitserfahrungen, hat es als „bekannt und vertraut“ abgespeichert. Bekannt bedeutet für dein Nervensystem zunächst einmal Sicherheit – selbst dann, wenn diese Erfahrungen für dich extrem schmerzhaft waren.

Das ist der Grund, warum du eine Anziehung zu bestimmten Menschen, wiederkehrenden Beziehungsmustern fühlst: Weil dein Unterbewusstsein diese seit deiner Kindheit so kennt.

Die oft als magisch empfundene Liebe, bei der du jedoch leidest ohne Ende, ist weder eine Seelenpartnerschaft, noch ist sie deine Dualseele, es ist schon gar nicht die große Liebe.

Es ist für dein Unterbewusstsein schlicht das, was es einprogrammiert hat: Kummer und Leid = Liebe. Es ist nicht mehr und nicht weniger.

Hättest du ein anderes Programm in deinem Unterbewusstsein, würdest du einen Menschen, der dich schlecht behandelt, dir Kummer und schlaflose Nächte bereitet, nicht in deinem Leben haben wollen.

Du würdest ihn schon lange, bevor überhaupt eine Art Bindung entstehen kann, unbewusst als potentiellen Kandidaten „aussortieren“.

Die ersten Jahre prägen dein Bild von Liebe

Du hast als Kind gelernt, wie Beziehungen funktionieren. Stell dir einfach Mal vor, dass du mit einer fast leeren Festplatte geboren wurdest. Dieser Datenspeicher ist dein Unterbewusstsein.

Alles, was du dann in deinen ersten Lebensjahren mit deinen Sinnesorganen erfasst und beobachtest, schreibt nun Daten auf das Speichermedium.

Und dies geschieht nicht durch Worte allein, sondern tatsächlich werden sämtliche Erfahrungen und Sinneseindrücke, die man dir (insbesondere in der Kindheit) vorsetzt, abgespeichert. Dazu zählen Dinge wie:

Wie wurdest du angesehen?

Wie klang die Stimme deiner Eltern?

War Zuneigung selbstverständlich oder musstest du sie dir verdienen?

Gab es emotionale Nähe oder eher Distanz?

Durftest du Fehler machen oder hattest du ständig Angst vor Ablehnung?

In welchem morphogenetischen Feld hast du dich überwiegend aufgehalten?

Waren deine Eltern angespannt? Wie gingen sie miteinander um? Gab es Geldprobleme, Gewalt, Druck?

Dein Unterbewusstsein schreibt basierend auf diesen Daten eine Art Programm: Dein Paradigm (Paradigma). Dieses Paradigm steuert nun (für dich unbewusst) fortan alle deine Lebensbereiche.

Es entscheidet über deine Sprache, es bestimmt, welche Gewohnheiten du hast und ist auch für die Auswahl deiner Gedanken und Gefühle verantwortlich. 

Entscheidend ist bei der Entstehung des Paradigms nicht, was objektiv passiert ist, sondern nur, wie dein kindliches Erleben diese Situationen bewertet hat.

Wenn Liebe in deiner Kindheit häufig mit Unsicherheit, Rückzug, Schweigen, Kritik oder emotionaler Distanz verbunden war, wird dein Unterbewusstsein genau diese Gefühle als heimischen Bestandteil von Beziehungen abspeichern.

Warum sich toxische Beziehungen/Menschen oft so vertraut anfühlen

Triffst du später auf einen Menschen, der ähnliche Gefühle auslöst, reagiert dein inneres System sofort.

Du lernst zum Beispiel eine Person kennen, die dich erst nicht beachtet oder dich offen ablehnt, dich möglicherweise provoziert. Oder eine Person meldet sich plötzlich nicht mehr bei dir. Vielleicht wechselt sie permanent zwischen Nähe und Distanz, wertet dich subtil oder offen ab, spielt die bekannten Spielchen wie Täter-Opfer-Umkehr, Gaslighting, Opferplay, Dramaplay, Silent Treatment, Triangulation, Future Faking usw.

Du weißt, all das ist nicht gut und dennoch verliebst du dich unsterblich in diese Person, weil dein Unterbewusstsein sich an die Person bindet. 

Das Gefühl, das sie in dir auslöst, ist zwar alles andere als Frieden (den du ja eigentlich möchtest)– sie spiegelt dir aber genau das wider, was sich für dich vertraut anfühlt: dass Liebe immer mit Kampf verbunden sein muss. Und deshalb denkst du, diese Person zu lieben.

Wenn du also eine magische Anziehung zu einem Menschen fühlst, der dich links liegen lässt oder dich verletzt, schlecht behandelt, dann liegt das nicht daran, dass dieser Mensch deine große Liebe ist.

Dein Unterbewusstsein erkennt lediglich ein bekanntes Muster wieder. Mehr ist das nicht.

Was vertraut ist, fühlt sich für dein inneres System zunächst richtig an – auch wenn es dir langfristig schadet.

Es ist nun an der Zeit, einen Mythos zu entzaubern: Denn was in spirituellen Kreisen als tiefe Dualseelen-Verbindung gefeiert wird, ist in Wirklichkeit eine höchst toxische Beziehung – häufig mit einem Partner, der starke narzisstische Anteile in sich trägt.

Warum Loslassen so schwerfällt

Selbst Jahre nach einer Trennung kann man eine toxische Beziehung nicht vergessen und hält sie oft für die einzig wahre Liebe.

(Siehe hierzu auch den Artikel über Trauma Bonding im Lexikon)

Man zieht dann immer wieder, wie von Zauberhand,  ähnliche Personen an, gerät in dieselben kranken und ermüdenden Beziehungsdynamiken.

Im Hintergrund wird das alles von deinem alten emotionalen Programm (Paradigm), das irgendwann in deiner Kindheit entstand, gesteuert.

Dein Unterbewusstsein versucht damit ein weiteres Mal, eine Geschichte zu Ende zu bringen, die bereits vor vielen Jahren begonnen hat.

Es entsteht mit jeder toxischen Bindung erneut die Hoffnung:

„Vielleicht bekomme ich diesmal endlich die Liebe, die ich früher vermisst habe und der Schmerz von damals geht endlich weg.“

Genau deshalb fühlen sich manche Beziehungen so bedeutsam an.

Nicht, weil der andere Mensch objektiv perfekt oder der vom Universum geschickte Retter ist. Sondern weil dein Unterbewusstsein glaubt, mit dieser Person eine alte Wunde heilen zu können.

Und so dreht sich das Rad immer weiter: Du wirst in ungesunde Verbindungen hineingezogen, kannst dich nicht lösen – und jedes Mal trägt diese Dynamik das Gewand der großen Liebe. Das einzige, was sich dabei ändert, sind die Namen der Nebendarsteller.

Warum gesunde Beziehungen manchmal langweilig wirken

Begegnet man nach einer ungesunden Verbindung plötzlich einem liebevollen, verlässlichen Menschen, kann das zunächst wie eine Erlösung wirken. Doch nach einer Weile schleicht sich ein seltsames Gefühl ein: Irgendetwas fehlt. Die Spannung. Der Sog. Die Magie.

Es fehlt das ständige Warten. Die Spielchen. Die Unsicherheit. Die emotionalen Achterbahnfahrten.

Doch weil dein Nervensystem auf Drama programmiert wurde – weil es Chaos als Normalzustand kennt – fühlt sich eine gesunde Verbindung nicht richtig an. Manchmal sogar langweilig.

Die Stille wirkt befremdlich. Die Beständigkeit fast schon abstoßend. Die Ruhe fühlt sich nicht nach Leben an – sondern nach Leere.

Dein Unterbewusstsein wird nun alles daran setzen, das alte Muster – das Paradigma – aufrechtzuerhalten. Denn es interpretiert Veränderung als Gefahr. Es will, dass alles bleibt, wie es immer war.

Gefühle wie Vertrauen, Ruhe und Verlässlichkeit passen nicht in dieses Programm. Und so wirst du – völlig unbewusst – genau die Menschen wegschieben und sabotieren, die dir wirklich guttun würden, die richtigen Partner sein könnten.

Was hat all das mit dem Gesetz der Anziehung zu tun?

Dein Paradigma ist das Programm, das tief in deinem Unterbewusstsein schlummert.

Es sendet ununterbrochen den Bewusstseinszustand aus, den du in dir trägst. Ist es von Angst, Mangel oder dem Glauben geprägt, Liebe verdienen zu müssen, beeinflusst das nicht nur deine Wahrnehmung und deine Gedanken – sondern auch deine Entscheidungen, deine Ausstrahlung und die Menschen, auf die du dich einlässt.

Es ist dein persönlicher Autopilot. Und er steuert nahezu jeden Bereich deines Lebens.

Deshalb beginnt echte Veränderung niemals beim anderen Menschen. Sie beginnt – und endet – immer nur bei dir.

Denn das hier ist deine Realität. Sie beruht einzig auf deinem Bewusstseinszustand. Du hast dieses Erleben mit deiner Schwingung erschaffen – und nur du kannst es verändern. Nicht, indem du deine Gefühle unterdrückst, sondern indem du dein Selbstbild, dein Paradigma und deinen inneren Zustand Schritt für Schritt neu ausrichtest.

Du bist deinem Paradigma nicht ausgeliefert

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis überhaupt:

Nur weil dein Unterbewusstsein bestimmte Muster gespeichert hat, bedeutet das nicht, dass du sie für immer wiederholen musst.

Dein Gehirn ist lernfähig. Dein Unterbewusstsein ist formbar. Dein Paradigma kann verändert werden – in jedem Bereich deines Lebens. In der Liebe. In den Finanzen. In Freundschaften. Überall. 


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