Wie du ein neues Selbstbild erschaffen kannst

|Jessica Zeyer
Frau die auf ihr Unterbewusstsein zugreift und es neu programmiert um ihre Ziele zu erreichen

Die Geschichte, die du dir innerlich über dich selbst erzählst, erschafft deine Außenwelt. Alles, was dir passiert, jedes Erlebnis, jedes Ereignis, wurde durch dein Selbstbild erzeugt.

Denn du konstruierst dich und dein Erleben über diese Eigendefinition selbst.

Jedes Wort, jeder Gedanke, den du während des Tages hast oder mit dir diskutierst, entspringt diesem Selbstkonzept. Und die Welt, die sich am Ende immer fügt, spiegelt dir die Summe all deiner innerlich gebündelten Annahmen über dich wider. 

Das sind keine abgehobenen, philosophischen Überlegungen oder Theorien, das ist reine Physik. So funktioniert das Bewusstsein. Und du bist Bewusstsein, das ist deine eigentliche Identität.

Wenn du diesen Text heute liest, dann deshalb, weil du irgendwo tief in dir zu ahnen begonnen hast, dass die Story, die du dir bisher über dich erzählt hast, nicht die ist, die du eigentlich leben möchtest.

Das ist gut. Denn das ist dann dein Wendepunkt. In dem Moment, in dem du erkennst, dass du der Autor deiner Lebensgeschichte bist, kannst du den Stift in die Hand nehmen und alles umschreiben. Weil es deine Realität ist und du es einfach so tun kannst.

Man denkt meist im Alltag gar nicht darüber nach, wie man sich selbst sieht und definiert. Man ist davon überzeugt, dass man eben ist, wer man ist – geprägt durch die sogenannte  „Vergangenheit“, die Worte der Eltern, Lehrer und einfach durch die Umstände oder das, was man erlebt hat.

Du bist letztlich auf dieser Seite gelandet, weil du dich für das Gesetz der Anziehung interessiert. Und um dieses Gesetz wirklich zielgerichtet zu nutzen, ist es unabdingbar, dich mit deinem Selbstbild auseinanderzusetzen.

Wenn du damit beginnst, akzeptiere zunächst, dass es nur Bewusstsein gibt, dass du selbst dieses Bewusstsein bist und die gesamte Außenwelt um dich herum nichts weiter als dessen Projektion zeigt. Das gilt insbesondere für deine Identität, dein Selbstbild.

We are spiritual beings living in a physical body, acting as "dumb terminals" for our minds.“. (Bob Proctor)

(Übers: Wir sind geistige Wesen, die in einem physischen Körper leben und als „dumme Terminals“ für unseren Geist fungieren.)

We are a spiritual being having a human experience.“ (Pierre Teilhard de Chardin)

(Übers.: Wir sind ein spirituelles Lebewesen, das eine menschliche Erfahrung erlebt)

Wenn du also reines Bewusstsein bist, dann kann deine aktuelle Persönlichkeit nicht in Stein gemeißelt sein. Zwar wurde sie dir durch Geburt und Erlebnisse in der Kindheit eingeprägt. Doch sie ist nicht unveränderlich.

Denn wie du selbst dich siehst und erlebst, ist lediglich eine Denkgewohnheit, es ist Teil deines Paradigms. Ein Skript, das du so oft im Geist wiederholt hast, bis es sich für dich wahr anfühlte.

Und weil es deine Überzeugung wurde, hat es sich in deiner Welt verhärtet.

Es gibt aber einen Schlüssel, der die Tür zu dieser inneren Festung aufsperren kann: Dein Wille.

Durch ihn kannst du jederzeit einfach etwas anderes über dich selbst annehmen. Das geht.

Du kannst dir in dieser Sekunde eine neue Wahrheit erzählen und so dein Selbstkonzept ändern.

Wenn du diese Entscheidung triffst und sie konsequent, ohne Kompromisse, umsetzt, ordnet sich die gesamte Struktur deiner Lebenserfahrung neu an. Denn dein Inneres erschafft dein Außen.

Wie machst du das am besten?

Du musst den Film finden, den du immer wieder unbewusst abspielst.

Wenn man Menschen auf der Straße bittet, sich selbst zu beschreiben, berichten sie meistens von ihrem Lebenslauf oder ihrer  gesellschaftlichen Rolle: „Ich bin Lehrer“, „Ich habe gerade finanzielle Sorgen“, „Ich habe einfach kein Glück in der Liebe“.

Das sind jedoch alles nur Beschreibungen der aktuellen Außenwelt dieser Personen. Um dein Selbstbild, das sich aus deinen Überzeugungen und Glaubenssätzen zusammen setzt, zu identifizieren, musst du aber wesentlich tiefer gehen.

Du solltest die leise, beharrliche Stimme, die weit unterhalb deines bewussten Denkens verläuft, finden. Denn sie kommentiert jede deiner Erfahrungen, interpretiert jedes Ergebnis und erschafft so dein Narrativ, die Story über dich, die du dann glaubst.

Genau diese inneren Gespräche sind die Ursache für deine momentanen Lebensumstände. Sie entstehen durch die Worte, die du reflexartig immer wieder an dich selbst richtest.

Wenn du dir einredest, dass du ständig zu kurz kommst, dass Gutes nur den anderen widerfährt oder dass du dich für jeden Erfolg extrem abmühen musst, dann wirst du genau diese Identität im Außen erleben.

Die Außenwelt liefert dir die Beweise dafür, weil sie durch deine Innenwelt entsteht. Wie im Innen, so im Außen.

Ungewollte Begebenheiten manifestieren sich in deinem Leben nicht, weil sie einer objektiven Wahrheit entsprechen. Sondern weil du sie durch deine Gedanken, Gefühle und insbesondere durch dein Selbstbild, das letztere auswählt, auf energetischer Ebene in dein Leben ziehst.

Verankert ist deine Selbstannahme in deinem Unterbewusstsein; dort ist der Sitz deiner Gefühle, es ist der Baumeister deiner Welt.

Es hinterfragt deine Vorgaben nicht. Es unterscheidet nicht in richtig oder falsch, gut oder böse.

Wenn du ihm durch ständiges Wiederholen einprägst: „Ich hinke immer hinterher, man nimmt mich nicht ernst, mein Talent reicht einfach nicht aus“, sagt das Unterbewusstsein schlicht „Ja“ und baut dir die passenden Umstände dazu.

Neville Goddard erzählte oft von einer Frau, die voller Verzweiflung zu ihm kam. Sie visualisierte, nutzte Affirmationen, las alle Bücher über das Gesetz der Anziehung und versuchte jahrelang, ihre Finanzen und ihr Liebesleben zu verbessern. Nichts funktionierte. Neville stellte ihr eine simple Frage: „Was sagst du im Stillen zu dir selbst über dich selbst, wenn etwas schiefgeht? Welche Rolle siehst du für dich, wenn du an die Zukunft denkst?“

Und plötzlich verstand sie es:

Trotz all ihrer spirituellen Übungen lief im Hintergrund ununterbrochen die Geschichte der Begrenzung weiter. Ihr inneres Fundament war: „Ich bin jemand, der kämpfen muss; mir ist ein leichtes Leben einfach nicht bestimmt.“

Genau das wird sehr oft übersehen und ignoriert. Man versucht, einen neuen Wunsch auf ein altes, unverändertes Selbstbild aufzusetzen. Man stellt sich Reichtum vor, während das Selbstbild sich im Kern als arm betrachtet.

Man will Liebe manifestieren, während man sich im Inneren für nicht liebenswert hält.

Und deshalb funktionieren viele Manifestationsprozesse nicht. Oder die Manifestation gelingt, doch nach einiger Zeit verliert man das Manifestierte wieder, weil das Unterbewusstsein die dominante Annahme nie geändert hat. 

Es agiert wie der Autopilot eines Flugzeuges, das kurz vom Kurs abgewichen ist. Der Computer korrigiert die Kursabweichung alsbald und bringt das Flugzeug zurück auf den programmierten Kurs.

Vielleicht denkst du jetzt: „Aber meine Geschichte basiert nun mal auf Tatsachen! Mein Kontostand ist real, ich bin faktisch allein, ich bin in der Vergangenheit gescheitert.“

Du liegst falsch, wenn du so über dich denkst. Es sind keine Tatsachen. Es sind einfach andere Bewusstseinszustände. Und du bist weder an die Vergangenheit, noch an die aktuelle Außenwelt gebunden. Du hast keinen Vertrag mit der Vergangenheit und mit der Außenwelt schon gar nicht. Beide sind total unwichtig, wenn es um die Gestaltung deiner Zukunft geht.

(Lies dazu auch meinen Blog Artikel über Revisionstechnik)

Deine Vergangenheit hat deine heutige Realität nicht erschaffen. Die Außenwelt auch nicht. Es ist immer nur der Bewusstseinszustand, der Realität schaltet – und deine gegenwärtige Außenwelt spiegelt lediglich den Zustand wider, in dem du dich zuvor befunden hast.

Und wenn du diesen Bewusstseinszustand wechselst, dann muss er sich zeitverzögert genau so verwirklichen, wie du es aus diesem neuen Sein heraus jetzt fühlst.

Ein weiteres Beispiel aus Neville Goddards Lehren verdeutlicht es sehr treffend:

Ein hochqualifizierter Mann war monatelang arbeitslos. Jedes Vorstellungsgespräch, das er hatte, verlief im Sande. Er bekam keinen Job, egal, wie sehr er sich abmühte, Techniken nutzte. Es wollte einfach nicht funktionieren.

Er redete sich ein: „Ich bin unvermittelbar, niemand will mich.“

Als er Goddard fragte, warum das Universum gegen ihn sei, antwortete dieser:

„Das Universum ist nicht gegen dich. Du bist gegen dich selbst. Du erzählst die Geschichte der Ablehnung, und die Welt stimmt dir einfach zu.“

Der Mann entgegnete ihm, dass er doch nur die Realität anerkenne, denn die Absagen seien ja real.

Doch Goddard antwortete: „Du erkennst sie nicht nur an, du erschaffst sie. Ändere die Annahme, und die sogenannten Fakten werden sich ändern.“

Unter Goddards  Anleitung stoppte der Mann das Beobachten der Außenwelt.

Er lernte, den Zustand des Schon-Habens einzunehmen, zu fühlen und ihn zu halten, obwohl die Außenwelt das Gegenteil zeigte. Beharrlich blieb er im Gefühl, dass er eine Arbeit habe, dort gebraucht und geschätzt werde. Indem er Sinneswahrnehmungen einfließen ließ, machte er diesen Zustand in sich selbst real.

Es dauerte keine 2 Wochen und er hatte einen Job.

Das war kein Glück. Er bekam die Anstellung, weil er aufgehört hatte, der Mann zu sein, der keine Tätigkeit finden konnte. Seine Welt sortierte sich neu, und nach einer Weile spiegelte die Außenwelt seinen neuen Bewusstseinszustand.

Ich gebe dir hier zwei Schritte zum neuen Selbstbild.

Schritt 1: Bestimme deine neue Identität (Das "Ich bin“).

Was du im Inneren bist, wirst du im Außen bekommen.

Frage dich also:

Wenn du das Leben führen würdest, das du dir wünschst  – wer wärst du dann? Was würdest du über dich selbst denken? Welche Verhaltensweisen hättest du und ganz wichtig: Wie würdest du dich fühlen?

Forme daraus ein einfaches, klares Statement in der Gegenwartsform.

„Ich bin“. Hier ein Beispiel zum Thema Geld:

Wenn deine alte Überzeugung lautete: „Ich habe immer Schwierigkeiten, meine Rechnungen zu zahlen“, kannst du folgende Affirmation nutzen:

„All meine Rechnungen zahle ich mit Leichtigkeit und sofort. Ich bin so glücklich und dankbar, weil Geld mich liebt und ganz leicht und kontinuierlich, in immer größer werdenden Mengen durch verschiedenste Quellen zu mir kommt, weil ich ein Geldmagnet bin und immer war."

Weitere Beispiele: „Ich bin wohlhabend“, „Ich bin geliebt“, „Ich bin frei“, „Ich bin gesund“.


Schritt 2: Beobachte deine Gedanken ganz genau - und enttarne so deine Glaubenssätze.

Ich gebe dir einen Tipp, wie du es schaffst, dein dir verborgenes Denken über dich ans Tageslicht zu befördern.

Besorge dir ein Notizbuch und beobachte schon unmittelbar nach dem Aufwachen, welche Gedanken dir durch den Kopf gehen. Überwache sie im Laufe des Tages immer wieder und schreibe sie (ohne Bewertung) auf.

Du wirst erstaunt sein, was du nun über "dich selbst" erkennen wirst.

Ich habe - während ich diesen Artikel schreibe - 7 negative Gedanken/Annahmen über mich identifiziert, die ich mir notiert habe und die ich in den nächsten Tagen transformieren werde.  

Das Gefühl ist das Geheimnis

Nochmal zurück zu Schritt 1. Mit einem mechanischen Runterbeten von Worten und Affirmationen wirst du keine Veränderung erreichen. Denn dein Unterbewusstsein reagiert nur auf Gefühle, nicht auf aufgesagte Vokabeln.

Wenn du also sagst: „Ich bin wohlhabend“, dann fühle die Sicherheit und Erleichterung, die damit einhergehen.

Wenn du affirmierst: „Ich bin geliebt“, dann spüre die Wärme und Akzeptanz der anderen Menschen.

Wenn du nicht in der Lage bist, diese positiven Gefühle zu erzeugen, dann gehe in irgendeine Situation deiner "Vergangenheit" zurück, in der du dich geliebt und angenommen fühltest.

Das kann ein beliebiger Moment deines Lebens sein, den du mit positiven Gefühlen verbunden hast. Es ist vollkommen egal, welche Situation du auswählst. Wichtig ist allein, dass du sie mit einem angenehmen, freudigen Gefühl verbindest.

Begib dich wieder in diese Wärme und Schwingung von damals, verweile kurz darin und übertrage genau das Gefühl dann in deine gewählte Affirmation. 

Denke dir dazu einen kleinen Videofilm aus (maximal 3-5 Sekunden Länge), den du dir dann mit dem Gefühl zusammen innerlich ablaufen lässt. So kannst du dein Unterbewusstsein erreichen.

Nutze auch die SATS-Methode und deinen Schlaf

Einen ausführlichen Leitfaden zur Anwendung von SATS findest du in in Kürze hier auf dem Blog.

Momentan nur so viel dazu: SATS ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe du im Bewusstseinszustand des bereits erfüllten Wunsches oder eines gewollten Selbstbildes in den Schlaf übergehst.

Da in der Nacht dein Bewusstsein nahezu ausgeschaltet ist, übernimmt dein Unterbewusstsein die Regie. Was immer du ihm im Schlaf einprägst, wird es akzeptieren. Deshalb kannst du auch Audioaufnahmen deiner Affirmationen während du schläfst, laufen lassen. 


 

 

 


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