Wie genau musst du vorgehen, um Ergebnisse in der Außenwelt zu erhalten?
Es gibt einen fundamentalen Irrtum, der die gesamte Landschaft der modernen Persönlichkeitsentwicklung, der ich selbst lange anhängig war, wie ein unsichtbares Gift durchzieht: die Annahme, dass die Transformation unseres Lebens ein Akt von brutaler Anstrengung, disziplinierter Plackerei und der mechanischen Anwendung von Techniken im Außen sei.
Der Buchmarkt ist überflutet mit Ratgebern, die erklären, wie man die physische Welt angeblich durch schiere Willenskraft und unaufhörliche Aktivität in die Knie zwingen und nach den eigenen Wünschen formen kann.
Ich habe sicher hunderte davon gelesen und sie immer noch im Schrank stehen. Geholfen hat mir wahrscheinlich keiner von ihnen.
Der wohl größte Fehler, den ich selbst jahrelang gemacht habe, weil ich in bestimmten Situationen immer wieder voll gegen die Wand gelaufen bin, basierte auf einem klassischen Fehlschluss. Ich dachte, es liegt an mir. Dass mir Fähigkeiten fehlen, dass es Karma, fehlendes Wissen oder was auch immer ist, was mich in einem Zustand hielt, den ich eigentlich verlassen wollte.
Ich versuchte krampfhaft, an meinen Schwächen zu arbeiten und investierte Jahre in die Verbesserung von Bereichen, die mir weder liegen noch Freude bereiten.
Irgendwann machte es in einer bestimmten Situation plötzlich Klick in mir und ich habe verstanden, dass mein Mindset, mein Paradigm und meine Art zu denken und zu fühlen an allem schuld waren, was bei mir nicht funktionierte. Denn ich fühlte offenbar konstant negativ - was mir gar nicht bewusst war.
Ich war zuvor jahrelang damit beschäftigt, alles über das Gesetz der Anziehung zu lesen, aber in die Tiefe bin ich in diesen Jahren nicht vorgedrungen. Ich wusste zwar alles, was ich glaubte, über das Gesetz wissen zu müssen. Aber ich änderte in dieser Zeit nie mein Paradigm oder mein Fühlen. Ich haute einfach nur sehr viel Wissen in mich rein. Doch Wissen manifestiert nicht, nur deine Gefühle tun das.
Obwohl ich theoretisch wusste, dass man vom Ende her leben soll, wenn man manifestieren will, habe ich lange nicht verstanden, was es bedeutet. Bob Proctor sagte immer, man solle auf die Vibration (engl.) des Wunsches gehen.
“The moment your belief matches with any state, you fuse with it, and this union results in the activation and projection of its plots, plans, conditions and circumstances. This new state of conscious awareness becomes your home from which you view the world.“
(Übers.: In dem Augenblick, in dem dein Glaube mit einem bestimmten Zustand übereinstimmt, wird er mit ihm verschmelzen; diese Vereinigung führt zur Aktivierung und Projektion seiner Handlungsabläufe, Pläne, Bedingungen und Umstände. Dieser neue Zustand bewussten Gewahrseins wird zu deinem Zuhause, von dem aus du die Welt betrachtest.)
Bob hat diesen Satz immer wieder benutzt. Und genau dieser birgt das Geheimnis, The Secret, das sich zwar direkt vor mir offenbarte, aber lange nicht in meinem Mindset ankam.
Ich stelle immer wieder fest, dass die meisten meiner Kunden schon wissen, dass man fühlen muss, um zu manifestieren. Aber sie schaffen es nicht, den Gefühlszustand zu erreichen, der notwendig ist, um ein gewünschtes Ergebnis zu erhalten.
Dann wird abgetaucht ins Universum der Persönlichkeitsentwicklung. Seminare, Retreats usw. an schönen Orten werden belegt, aber mit Manifestieren hat das alles nichts zu tun.
Die Metaphysik des reinen Bewusstseins bricht ebendies radikal mit der oben angesprochenen Möglichkeit einer materiellen Transformation durch Persönlichkeitsentwicklung.
Wenn wir begreifen, dass Bewusstsein die einzige und absolute Realität ist, kollabiert nämlich das gesamte Konstrukt einer feindseligen, vom Individuum getrennten Außenwelt, in der man sich selbst verbessern muss, um in ihr irgendwas zu erhalten.
Gehen wir mal davon aus, dass die Welt da draußen keine eigene Existenz, keine eigene Kausalität und keine eigene Macht hat. Dass sie nichts weiter als dein nach außen projiziertes, externalisiertes Selbst, ist.
Um eine neue Realität zu erfahren, musst du dich dann dem bestehenden System nicht mehr unterwerfen oder dich für andere Personen oder einem Markt, „unersetzlich“ oder „anziehend“ machen.
Du musst stattdessen lernen, die schöpferische Kraft deines Geistes durch einen imaginativen Akt mit mathematischer Präzision zu steuern.
Hier geht es nicht darum, sich mehr anzustrengen – es geht darum, es richtig zu machen, das notwendige Gefühl zu empfinden, dass du benötigst, um anzuziehen, was du willst.
Der Unterschied zwischen Tagträumen und einem bewussten Erschaffen
Unsere Vorstellungskraft ist ununterbrochen aktiv, meistens jedoch auf eine vollkommen destruktive, unbewusste Weise. Wir tendieren dazu, Verletzungen der sogenannten Vergangenheit in Endlosschleifen Revue passieren zu lassen; im Kopf laufen pausenlos Bilder ab, es wird analysiert, Schmerz wird wieder und wieder innerlich hervorgeholt.
Und so kultivieren wir diffuse Ängste vor der Zukunft oder reagieren wie programmierte Automaten auf die Reize irgendeines Augenblicks oder Ereignisses in der äußeren Welt. Und wenn wir das tun, fühlen wir wieder den Kummer von "damals" .
Doch dieses ungesteuerte Hin und Her von alten Bildern im Kopf, bei dem der Verstand einfach aus Gewohnheit von einem Gedanken zum nächsten springt, hinterlässt einen negativen Abdruck im Unterbewusstsein.
Es verändert deine energetische Frequenz in die Schwingung dessen, was du an negativen Gefühlen spürst. Was vielen nicht bewusst ist: In diesen Momenten manifestierst du.
Durch die negativen Gedankenschleifen sendest du energetische Wellen aus, die direkt über dein Unterbewusstsein in die materielle Welt gesendet werden. Und sie wird dir mir der Präzision eines Uhrwerks zeitverzögert liefern, was du ausgestrahlt hast.
Ein präzise ausgeführter Vorstellungsakt hingegen, ist ein kontrolliertes, diszipliniertes und zutiefst bewusstes Erschaffen.
Wenn du dir etwas bewusst vorstellst, wählst in diesem Moment einen gewollten Bewusstseinszustand aus und nimmst ihn vollkommen ein. Durch diese innere Einnahme wird der Zustand zur metaphysischen Tatsache. Du schreibst durch ihn ein Muster ins Bewusstseinsfeld, dem du Sinn und Bedeutung gibst. Und diese Prägung wird sich manifestieren.
Der größte Fehler, der beim bewussten Erschaffen begangen wird, ist die Vagheit.
Wenn du dir lediglich vornimmst, „irgendwann einmal glücklich, erfolgreich oder gesund zu sein“, bleibst du im Zustand des Mangels verankert.
Weil das Unterbewusstsein nicht auf allgemeine Absichtsbekundungen reagiert. Es benötigt ein präzise konstruiertes, spezifisches Ereignis, das die Erfüllung des Wunsches bereits als vollendete Tatsache voraussetzt.
Warum du niemals den Wunsch selbst visualisieren darfst
Ein Gesetz, das in seiner Wichtigkeit nicht überschätzt werden kann, lautet: Konstruiere niemals die Brücke, also den Ablauf der Ereignisse bis zum Ziel, sondern verweile ausschließlich im Endergebnis. Das bedeutet, du darfst niemals das Wie, Wann und den Weg visualisieren oder fühlen.
Du musst dir nur das Endresultat innerlich vorstellen und es so fühlen, als hättest du das, was du willst, schon jetzt. Neville Goddart nannte es "The state of the wish fullfilled."
Oft scheitert man genau an diesem Punkt, weil der Prozess des Erhaltens visualisiert und gefühlt wird, aber nicht das Ergebnis.
Man stellt sich vor, ein Jobangebot zu bekommen, wie Geld auf dem Konto ankommt oder wie das erste Date mit der Wunschperson ablaufen wird.
Das ist alles vollkommen falsch und wird nicht funktionieren.
Denn du visualisierst und fühlst so wie jemand, der empfängt. Und das suggeriert deinem Unterbewusstsein einen Mangel; wer Empfänger ist, hat es noch nicht und verharrt im Zustand des Wartens. Du betonst damit einen Teil des Manifestationsprozesses, teilweise sogar den Weg selbst, und signalisierst deinem Unterbewusstsein somit, dass die Sache im Hier und Jetzt noch gar nicht existiert.
Die Kunst des bewussten Erschaffens basiert aber immer auf dem Fühlen vom Ende her. Du stellst dir also nicht den Wunsch selbst vor, sondern ein isoliertes Ereignis, das erst nach der vollständigen Wunscherfüllung stattfinden könnte.
Was ich damit meine ist, dass die Szene, die du in deinem Geist erschaffst, den Wunsch nicht mehr direkt benennen oder den Moment des Erhalts zeigen darf. Sie muss stattdessen eine Situation abbilden, die nur dann existieren kann, wenn das Ziel bereits seit Wochen oder Monaten absolute Realität ist.
Wenn du beispielsweise einen bestimmte Arbeitsstelle haben willst, visualisierst du nicht das Bewerbungsgespräch oder das Unterzeichnen des Vertrages selbst. Du stellst dir stattdessen vor, wie du nach einer erfolgreichen Arbeitswoche vollkommen entspannt nach Hause kommst, deine Jacke an die Garderobe hängst und von einem geliebten Menschen mit den Worten begrüßt wirst: „Ich wusste von Anfang an, dass du in dieser Position Großartiges leisten wirst – ich bin so stolz auf dich!“
Das erdachte Gespräch zeigt nicht den Erfolg an sich, aber es setzt ihn als absolute, unumstößliche Tatsache voraus.
Es darf keine lange Szene sein
Die Szene muss kurz sein.
Man prägt das Unterbewusstsein viel leichter, wenn etwas verdichtet ist. Du reduzierst die gesamte Realität deines erfüllten Wunsches auf eine einzige, prägnante Sequenz, die in deiner Vorstellung nur wenige Sekunden dauert – idealerweise drei bis maximal fünf Sekunden.
Eine solche Szene kannst du mühelos, ohne große geistige Anstrengung, in einer permanenten Endlosschleife in deiner Vorstellung wiederholen. Hier ist nicht die Komplexität des Bildes entscheidend, sondern die Dichte der Realität, durch Einbeziehung aller Sinnesorgane. Du musst die Szene fühlen, riechen usw.
Sie muss sich für dein Nervensystem ganz genau so anfühlen, als geschähe es exakt in diesem Moment. Es darf nicht nur visualisieren ohne Gefühl sein. Denn Visualisierung alleine greift viel zu kurz. Es müssen alle Sinne involviert werden.
Dies ist wohl einer der häufigsten Gründe, warum Visualisierungen wirkungslos verpuffen: Man sieht sich selbst in einer Vorstellung so, als würde man einen Film über sich selbst auf einer Kinoleinwand betrachten.
Man sieht den eigenen Körper von außen agieren. Das ist aber die Perspektive einer dritten Person – sie signalisiert Getrenntheit und Distanz. Dein Unterbewusstsein registriert dieses Bild als eine nette Fantasie über eine fremde Person, aber nicht als etwas, was du für dich haben willst.
Was du tun musst
Du musst dich radikal in die Szenerie hineinversetzen. Du blickst ausschließlich durch deine eigenen Augen. Du hörst durch deine eigenen Ohren. Du bewegst deinen eigenen Körper. Wenn du dir vorstellst, in einem bestimmten Raum zu sein, siehst du nicht dich selbst im Raum stehen, sondern du blickst aus deiner Perspektive auf die Wände, die Möbel und die Fenster.
Dein Unterbewusstsein reagiert extrem sensibel auf taktile und auditive Reize. Binde deshalb alle deine Sinne aktiv in die verdichtete Visualisierung ein. Beispiele:
- Der Tastsinn: Wenn deine Szene einen Händedruck beinhaltet, musst du den Druck der Hand in deiner eigenen Handfläche spüren. Nimm die Wärme der Haut wahr, die spezifische Festigkeit des Griffs. Wenn du dich an einem neuen Ort befindest, spüre die Beschaffenheit des Bodens unter deinen Füßen, die Glätte einer Tischplatte oder die spezifische Textur eines Gegenstandes, den du berührst.
- Das Gehör: Höre die Worte, die man zu dir sagt, in ihrer exakten Tonalität. Höre das charakteristische Knarren eines Bodens, das gedämpfte Licht eines Raumes oder die Umgebungsgeräusche deines neuen Alltags.
Neville Goddard betonte immer wieder die immense, katalytische Kraft, die sich entfaltet, wenn man eine zweite Person in die Visualisierung einbaut. Es ist dann für dich viel leichter, die Realität einer inneren Szene zu spüren, wenn man in ihr mit einem anderen Menschen interagiert.
Die Nutzung der SAT-Methode
Es gibt ein bestimmtes Zeitfenster vorm Schlafen, in dem das Tor zum Unterbewusstsein ganz weit offensteht. Es ist der Zustand kurz vor dem tatsächlichen Einschlafen – oft als State akin to sleep (SAT) bezeichnet.
In diesem Zustand ist dein physischer Körper vollkommen immobilisiert und tief entspannt. Dein rationaler, analytischer Verstand, der tagsüber jede unkonventionelle Idee sofort mit Logikblockaden abwehrt, ist im SAT Zustand kaum noch aktiv. Das Unterbewusstsein wird so viel leichter und direkt erreicht.
Die Anleitung für die nächtliche Prägung:
- Begib dich in die absolute Entspannung: Liege flach im Bett und erlaube deinem Körper, sich zu entspannen.
- Aktiviere deine verdichtete Szene: Spiele deine kurze, 3-5 Sekunden lange Szene aus der Ich-Perspektive ab. Fühle die Berührung, höre den Satz der anderen Person.
- Die Dauerschleife: Sobald die Szene beendet ist, springst du im Geiste sofort wieder an den Anfang der Szene. Spiele sie erneut ab. Und erneut. Und erneut. Immer wieder.
- Das Verschmelzen mit dem Schlaf: Erlaube deinen Gedanken nicht, zu den Problemen des Tages, zu organisatorischen Planungen oder Zweifeln, abzuschweifen. Wenn der Verstand wandert, hole ihn sanft, aber absolut bestimmt in die Schleife deiner Szene zurück. Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis du spürst, dass die Szene die Qualität einer realen Erfahrung annimmt, und gleite mit genau diesem Gefühl direkt in den Schlaf.
Warum das Wechseln der Szene alles ruiniert
Man muss das beharrlich und mit Ausdauer tun. Deine Szene muss immer gleich bleiben. Wird sie auch nur minimal geändert, machst du alles kaputt, was du bereits aufgebaut hast - und musst nochmal von vorne beginnen.
Bleibe daher unerbittlich bei diesem einen, inneren Videofilm und wiederhole ihn kompromisslos immer wieder, unabhängig davon, was in der Außenwelt passiert oder was sie gerade so zeigt.
Du weißt, dass dein imaginativer Akt erfolgreich war, wenn sich das Durchspielen der Szene in deinem Geist nicht mehr wie eine „Anstrengung“ oder „Zukunftshoffnung“ anfühlt, sondern eher wie eine Erinnerung, für die du Dankbarkeit fühlst, sobald du an sie denkst.
Wenn du die Szene abspielst und dein System mit einem ruhigen, unaufgeregten „Ja, natürlich, so ist es“ reagiert, anstatt mit einem krampfhaften „Ich hoffe, das passiert bald“, dann ist der Zustand verankert. Das Unterbewusstsein hat es als gegeben akzeptiert und es wird sich manifestieren.
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