Von Jessica Zeyer
Die äußere Welt ist Wirkung, sie ist nicht die Ursache. Du bist die Ursache. Dein Bewusstsein ist die Ursache. Die durch deine Gedanken und dein Paradigm (dein unbewusstes Programm im Unterbewusstsein) verursachten Gefühle, die du spürst und ausstrahlst, sind die Ursache.
Und wenn du in dem Zustand verharrst, in dem dein Wunsch bereits erfüllt ist, wird sich deine äußere Welt daran anpassen müssen. „It must move into form, it must“ (Bob Proctor). Das ist das Geheimnis.
Neville Goddard schrieb in seinem Kapitel „The World Is Yourself Pushed Out“ (Die Welt bist du selbst, nach außen projiziert), dass du die Welt niemals so siehst, wie sie ist; du siehst sie vielmehr immer genau so, wie du selbst bist. Die Welt habe keine eigenständige Existenz. Sie sei deine eigene, wunderbare, menschliche Vorstellungskraft, die in die Objektivität hinaus projiziert wurde. Jeder Mensch, den du siehst, bist du selbst.
Jede Situation, der du begegnest, in die du hineingezogen wirst, bist du selbst. Stößt du auf Feindseligkeit oder Ablehnung, begegnest du deiner eigenen, inneren Feindseligkeit und Ablehnung, die dir widergespiegelt wird. Wenn du Liebe erfährst, begegnest du immer deiner eigenen Liebe, die dir gespiegelt wird.
Goddard schrieb, „die Welt tut dir nichts an“; du tust es dir selbst an – durch dein Bewusstsein, durch deine Annahmen und durch den inneren Zustand, den du einnimmst.
Dies ist die Lehre der metaphysischen Projektion, die Neville vermittelte. Du bist der Projektor und dein Bewusstsein ist der Film.
Die Welt ist eine Art Kinoleinwand. Die auf ihr gezeigten Bilder werden stets dem Film entsprechen, der durch den Projektor läuft.
Wenn dir nicht gefällt, was du auf der Leinwand siehst, sei es zwecklos, zu versuchen, es dort zu ändern; du selbst musst den Film wechseln, indem du dein Bewusstsein änderst, anders fühlst. Die Veränderung kann nur an diesem Ort stattfinden, denn Bewusstsein sei die einzige Realität. Genau das meinte Goddard, als er sagte: „Ihr seid reine Vorstellungskraft.“
Diesen Satz wiederholte er sehr oft. Doch wird er häufig falsch verstanden. Ich habe ihn ebenfalls lange nicht richtig einordnen können.
Wenn wir das Wort „Vorstellungskraft“ hören, denken wir an Fantasievorstellungen, die wir uns einbilden. Fantasie ist Fantasie und es ist eben nicht wirklich, es ist nicht real. Doch Neville Goddard definierte die menschliche Vorstellungskraft als eigentliche Realität. Sie sei das, was wir Gott nennen – und nicht bloß eine Fähigkeit, die Gott uns verliehen hat. Sie sei Gott selbst, der in dir und als du handelt. Er sah Gott nicht als ein von uns getrenntes Wesen, das uns Menschen beobachtet, über uns urteilt und uns Dinge gewährt oder vorenthält.
Gott sei vielmehr deine eigene wunderbare menschliche Vorstellungskraft. Jene Kraft, die du besitzt, um dir etwas vorzustellen, etwas anzunehmen oder dir etwas zu vergegenwärtigen, das noch nicht sichtbar ist. Das sei die schöpferische Kraft des Universums selbst.
In seinem Buch The Power of Awareness (Die Kraft des Bewusstseins) schrieb Goddard, dass "alle Schöpfung im Bewusstsein stattfindet und die Vorstellungskraft der Akt der Schöpfung an sich ist."
Wenn du dir etwas vorstellst, täuschst du in diesem Moment nichts vor. Du manifestierst dadurch, du erschaffst, du bist dann der Erschaffer selbst.
Während du aus unendlichen Möglichkeiten auswählst, lässt du sie Gestalt annehmen. Zeitverzögert. Du handelst wie Gott. Und da du dir ständig etwas vorstellst, erschaffst du fortwährend. Die Frage ist also nicht, ob du erschaffst. Die Frage ist nur, was du erschaffst. Stellst du dir Mangel oder Fülle vor? Fühlst du Mangel oder Fülle? Entscheidest du aus Mangel oder Fülle? Stellst du dir Ablehnung oder Annahme vor? Stellst du dir vor, machtlos oder mächtig zu sein?
Was auch immer du dir vorstellst, was auch immer du als wahr annimmst – es wird sich manifestieren. Nicht, weil das Universum Vorstellungskraft belohnt, sondern weil sie die eigentliche Substanz des Universums ist.
Die äußere Welt ist immer nur Schatten. Dein Bewusstsein ist das einzige Licht. Und alles, was du siehst, ist pures Bewusstsein, das Schatten wirft. So verleiht es sich selbst Gestalt und Form. In dieser wirst du dich selbst erkennen, erfahren und erschaffen. Gehen wir noch einen Schritt weiter: Goddard lehrte, dass es nicht zwei Realitäten gibt – eine geistige und eine physische.
In seiner Lehre existiert nur eine Realität: das Bewusstsein.
Was wir als die physische Welt bezeichnen, ist nicht vom Bewusstsein getrennt; es ist Bewusstsein, das sich verdichtet und verlangsamt hat. Das ist es, was wir mit unseren Sinnesorganen als materielle Form, als Materie oder materielle Welt, wahrnehmen. So war ein Stuhl beispielsweise zuerst nur ein Gedanke im Bewusstseinsfeld. Erst im zweiten Schritt manifestierte er zu Form und Materie.
„Du bist kein physisches Wesen, das geistige Erfahrungen macht. Du bist ein geistiges Wesen – reines Bewusstsein –, das eine scheinbar physische Erfahrung durchlebt.“ (Neville Goddard)
Alles was deine Sinnesorgane erfassen, ist Teil deines Bewusstseins, es ist in ihm, nicht außerhalb. Du erschaffst es durch dein Sein, dein Fühlen. Du erträumst es in die Realität.
Goddard unterscheidet in primäre und sekundäre Realität.
Das Bewusstsein sei primär. Es sei die Quelle, die Ursache und der Ursprung von allem, was ist; die Welt der Erscheinungen, der Abbildungen, der Formen.
Die Welt der Sinne sei hingegen sekundär. Denn die Sinne nehmen zeitverzögert wahr, was das Bewusstsein zuvor erschaffen hat.
Wahrscheinlich verbringen die meisten Menschen ihr gesamtes Leben in der sekundären Realität. Wir reagieren auf sie, reagieren auf ihre Auswirkungen.
Dann versuchen wir, diese Auswirkungen zu verändern und suchen die Ursachen in dieser äußeren, sekundären Welt.
Doch weil wir unser Bewusstsein niemals als die wahre Ursache der äußeren Welt erkennen, bleiben wir in einem Kreislauf aus Frustration und Verwirrung gefangen. Wir verharren in Liebeskummer oder sonstigen unangenehmen Zuständen des Mangels und fragen uns dann: „Warum geschieht mir das? Warum ändern sich die Dinge nicht?“
Wenn du zum Beispiel in eine Person verliebt bist, die nicht da ist, dann musst du diese Person nicht irgendwie visualisieren oder anziehen oder gar manipulieren.
Du musst in deinem Bewusstsein bereits mit dieser Person glücklich verheiratet sein und diesen Zustand innerlich halten. Du musst im Gefühl des bereits erfüllten Wunsches bleiben, unabhängig von allem, was in der Außenwelt gerade passiert. Das Gefühl, das du hättest, wenn der Wunsch schon erfüllt worden wäre, ist das Geheimnis. Es wird den Zustand des Mangels nschgelagert beheben.
Die Welt muss sich dann diesem Gefühl der Fülle und des Glücks unterwerfen, sie wird sich neu ordnen müssen. Denn sie hat keinerlei Macht, deinem Bewusstsein zu widerstehen. Sie ist nur ihr Diener, nicht ihr Vorgesetzter.
Wir dürfen deshalb der Außenwelt keine Kontrolle über unser inneres Empfinden geben. Sondern wir müssen unseren inneren Gefühlszustand so anpassen, dass die äußere Welt sich ihm anpasst.
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