Die Kraft der vorgezogenen Dankbarkeit

|Jessica Zeyer
Frau in goldenem Licht, Augen geschlossen, Hände geöffnet – kosmische Dankbarkeit und Manifestation

Empfinde Dankbarkeit für das, was du jetzt noch nicht sehen kannst.

Erlaube dir einfach mal, für einen Moment bei diesem Gedanken zu verweilen.

Du dankst für eine Realität, die in der äußeren, sichtbaren Welt schlicht noch nicht angekommen ist.

Wenn ich über „dankbar sein“ schreibe, meine ich damit nicht irgendwelche Dankbarkeitslisten oder das bloße Schätzen dessen, was du bereits in deinem Leben hast.

Denn genau so habe ich es selbst jahrelang gemacht: Ich habe Listen mit Dingen geschrieben (egal, ob sie schon da waren oder nicht), für die ich dankbar bin oder sein könnte, und habe meine "Dankbarkeit", die in Wahrheit Verzweiflung war, rauf und runter gebetet. Tag für Tag. Weil ich dachte, dass es genau so funktioniert mit dem "dankbar sein". Und was passierte in meinem Leben? Nichts. Zero. Alles blieb beim Alten.

Ich habe jedoch weiter studiert. Gelesen, gelernt, Seminare besucht und schließlich die Ausbildung bei Bob gemacht. Ich bin tief in die Materie eingestiegen – und irgendwann habe ich es endlich verstanden.

Es geht bei wahrer Dankbarkeit um etwas weitaus Mächtigeres, als Listen zu schreiben oder Kärtchen mit Begriffen, für die man dankbar sein soll, mit sich herumzuschleppen.

Es geht in Wahrheit darum, dir der schöpferischen Kraft in deinem Inneren so tief bewusst zu werden, dass du es wagst, dem noch Unsichtbaren zu danken.

Dass du den Mut hast, eine tiefe Dankbarkeit für etwas zu empfinden, für das es im Moment noch keinen einzigen Beweis in der Außenwelt gibt.

Dass du der Schöpfung für ein Ereignis dankst, das rein „rational“, in der Welt der Materie, noch gar nicht stattgefunden hat.

Nur darum geht es, nur das funktioniert und wird eine Wirkung entfalten. 

Und zwar nicht, weil du dir durch Dankbarkeit ein positives Gefühl vorgaukelst. Sondern weil du durch gefühlte Dankbarkeit den Zustand des „Schon-Habens“ ganz real beanspruchst. 

Wenn du echte, tiefe Dankbarkeit für etwas fühlst, das noch gar nicht sichtbar ist, belügst du dich nicht selbst.

Du nimmst vielmehr den Zustand deines bereits erfüllten Wunsches ein. Du verankerst dich fest im Endergebnis und lebst darin.

Und da dein Bewusstsein die eigentliche Realität ist, muss sich das, worauf du dich in Dankbarkeit konzentrierst, am Ende auch in der materiellen Welt zeigen.

Das ist kein einfaches „positives Denken“. Das ist Schöpfung und das Übernehmen von echter Verantwortung für die eigene, äußere Welt. Es ist eine Praxis, die dein gesamtes Leben verändern wird.

Und es ist die am häufigsten missverstandene Praxis überhaupt: Dankbarkeit für das Unsichtbare.

Dankbarkeit also nicht als Reaktion auf das, was schon da ist. Sondern als das Fundament für das, was erst noch sein wird.

Der Dank für das noch Ungeborene ist keine spirituelle Spielerei, es ist in Wahrheit die höchste Form deiner inneren Autorität. Wenn du diese Praxis einmal verstanden hast, wirst du Dankbarkeit nie wieder auf dieselbe Weise betrachten.

Die meisten Menschen – und ich selbst gehörte den größten Teil meines Lebens auch dazu – leben in einem Zustand der bloßen Reaktion:

Passiert in der äußeren Welt etwas Gutes, sind sie dankbar; passiert etwas Schlechtes, reagieren sie mit Angst oder Groll.

Ihre gesamte Gefühlswelt wird so von äußeren Umständen bestimmt. Das ist der unbewusste Mensch, der noch nicht weiß, wer er wirklich ist.

Das ist keine Verurteilung – wir fangen alle genau dort an. Trotz meinem theoretischen Wissen passiert es mir heute immer noch sehr oft, mehrmals täglich, dass ich mit starken Emotionen auf die äußere Welt reagiere. Das ist normal, es ist ein Lernprozess, der niemals endet.

Aber das eigentliche Ziel liegt jenseits einer Passivität.

Du bist hier, weil du in dir selbst erkennen musst, dass dein Bewusstsein die Ursache ist und die Außenwelt nur die Wirkung. Du bist der materiellen Welt nicht hilflos ausgeliefert; du bist ihr Schöpfer.

Die wichtigste „Regel“ lautet deshalb:

Nimm das Gefühl des erfüllten Wunsches vorweg. Lebe im bereits erfüllten Zustand. Fühle dich so, als wärst du schon jetzt die Person, die du sein willst, oder als hättest du bereits das, was du dir wünschst.

Am Anfang nutzt man dafür meistens Visualisierung. Du schließt die Augen, erschaffst eine innere Szene, die deinen Erfolg belegt, und fühlst sie ganz real.

Wenn du dann tiefer in diese Materie einsteigst, erkennst du irgendwann, dass die innere Vorstellung der Szene gar nicht das eigentliche Ziel ist.

Sie ist nur ein Werkzeug, um dich in einen bestimmten Bewusstseinszustand (in ein Gefühl) zu versetzen – denn der Zustand selbst ist das, was erschafft. Die innere Szene ist lediglich die Brücke dorthin.

Im Zustand des bereits erfüllten Wunsches liegt der Schlüssel zum Erfolg: Jeder Zustand hat ein ganz eigenes Gefühl, das du für dich erarbeiten musst. Der Zustand von Wohlstand fühlt sich auf eine bestimmte Weise frei und sicher an, der Zustand von „gesund sein“ hat widerum eine ganz andere Energie und auch Freiheit und Erfolg haben eine eigene emotionale Atmosphäre.

Wenn du einen dieser Zustände innerlich besetzt und dich beständig darin fühlst, muss die Welt ihn irgendwann widerspiegeln. Denn deine Umgebung ist letztlich nur deine nach außen projizierte Innenwelt.

Das verlässlichste Zeichen dafür, dass du den Zustand des  Ich habe die Sache oder Person bereits jetzt in meinem Leben“ wirklich verkörperst – und ihn nicht nur kurz in deiner Fantasie besuchst –, ist das Gefühl  von Dankbarkeit.

Damit meine ich nicht eine mühsam erzwungene oder künstliche Emotion, eher jene natürliche, stille Dankbarkeit, die ganz von alleine aufkommt, wenn etwas fest zu deinem Leben gehört.

Denn wenn eine Sache oder eine Person sicher in deinem Leben verankert ist, machst du dir keine Sorgen mehr. Du prüfst nicht ununterbrochen voller Angst, ob sie noch da ist. Du lebst einfach damit, und hin und wieder durchströmt dich eine Welle ruhiger Dankbarkeit. Genau das ist die emotionale Signatur des Zustandes von „Ich habe die Sache oder Person bereits jetzt in meinem Leben“.

Wenn Dankbarkeit also die natürliche Haltung des „Besitzens“ ist, dann ist dein Dank für das noch Unsichtbare kein psychologischer Trick und kein Selbstbetrug.

Es ist der benötigte Gefühlszustand selbst, den du gefühlsmäßig in Besitz nehmen musst, damit er dir zeitverzögert in der materiellen Welt gespiegelt werden kann.

Du handelst so, als ob der Wunsch bereits erfüllt wäre, indem du dich in dieses Gefühl hineinversetzt.

Das Geheimnis liegt immer nur im Gefühl selbst. Wenn du wirklich bereits hast, was du dir wünschst, bist du dankbar. Weil es dir gehört. Diesen Zustand müssen wir gemeinsam im Coaching erarbeiten und du musst lernen, ihn innerlich zu halten. Unabhängig davon, was die äußere Welt dir momentan zeigt.

Die Welt, die du über deine Sinnesorgane wahrnimmst, ist im Grunde nur ein zeitversetzter Schatten deines früheren inneren Zustands. Die Zukunft kommt nicht einfach passiv auf dich zu; du wählst sie im Hier und Jetzt aus – durch den inneren Zustand, den du jetzt gerade fühlst.

Wenn du also für etwas dankbar bist, das du noch nicht siehst, handelst du in vollkommenem Einklang mit dem Gesetz der Vibration.

Du erkennst dann dein Bewusstsein als die einzige wahre Ursache an.

Sei dankbar für das, was sich noch nicht manifestiert hat. Spüre es mit deinem Gefühl, nicht mit dem Verstand. Fühle die erlösende Leichtigkeit des Habens.

Wenn du diesen Zustand hältst, werden die Dinge ganz natürlich und mühelos in dein Leben treten – so, als wären sie schon immer da gewesen.

Deine innere Annahme wird zur physischen Tatsache, wenn du beharrlich an ihr festhältst, selbst wenn die aktuellen Fakten ihr widersprechen. Und das tun sie eigentlich immer auf eine unangenehme Art und Weise.

Du nimmst etwas nicht an, weil es im Außen schon wahr ist; du nimmst es immer zuerst im Inneren an, damit es dann im Außen wahr wird.

Oft sagt man irgendwie mechanisch „Danke, danke, danke“, ist aber im Grunde immer noch voller Angst und wartet ungeduldig auf ein Zeichen im Außen. Das ist der falsche Weg.

Erlaube den äußeren Fakten nicht länger, deinen inneren Zustand zu diktieren.

Do not react“  war einer der Lieblingssätze von Bob Proctor.

Ich werde ihm auf ewig dankbar dafür sein, dass er mich das Prinzip des Nicht-Reagierens gelehrt hat.

Lass dir  also von der Außenwelt niemals vorschreiben, wer du bist oder was für dich möglich ist. Du alleine wählst aus und bestimmst. Und die äußere Welt wird es liefern. Sie muss es tun.

Wenn du lernst, dankbar für das Unvollendete zu sein, ungeachtet dessen, was deine Sinne dir im Moment (noch) zeigen, dann wirst du in der Lage sein, auf den Punkt, ganz gezielt, zu manifestieren. 

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