Du kennst das sicher. Du hast dich intensiv mit deiner Wunschvorstellung verbunden und visualisierst seit längerer Zeit. Du spürst das Schon-Haben. Du glaubst es, es ist ganz klar für dich, dass du es hast.
Doch dann wirfst du einen Blick auf dein Handy, schaust in die Außenwelt - und siehst genau das Gegenteil. Es ist nicht da. Es ist weiter weg, als je zuvor.
Vielleicht siehst du deine Wunschperson mit jemand anderem oder ihr habt gar keinen Kontakt. Vielleicht starrst du auf deinen Kontostand, der dich in Panik versetzt, weil du deine Rechnungen so nicht zahlen kannst.
Und dann schleppt sich ganz schleichend und hinterlistig dieser lähmende Zweifel in dein Bewusstsein: „Täusche ich mich hier selbst? Funktioniert das Gesetz der Anziehung überhaupt oder jage ich nur Illusionen hinterher?“
Ich möchte dir heute eine absolute Tatsache mit auf den Weg geben – kein spirituelles Herumquasseln und keinen esoterischen Kram.
Bitte glaube mir einfach: Das Gesetz der Anziehung funktioniert und arbeitet für dich. Genau jetzt, in diesem Augenblick. Obwohl du nichts in der Außenwelt sehen kannst, arbeitet alles im Unsichtbaren dafür, dass dein Wunsch sich erfüllt.
Ich kenne Gedanken des Zweifelns und der Verunsicherung.
Ich kenne die Momente, wenn genau in dem Augenblick, indem du den benötigten Bewusstseinszustand endlich erreicht hast und geistig im bereits erfüllten Wunsch fühlst, ein Punch aus der Außenwelt kommt, der dich umhaut.
Ein Knock-Out, der dich innerhalb einer Sekunde wieder in den Zustand des Mangels katapultiert.
Das kann eine Rechnung (oder gleich mehrere) sein, vielleicht macht eine Person das Gegenteil dessen, was sie deines Erachtens nach tun müsste. Die Außenwelt kann hier maximal kreativ sein. Ich kann verstehen, wenn man dann wieder schwach wird, wütend, und emotional auf das Außen reagiert.
Doch jetzt kommt das ABER:
Selbst wenn jeder äußere Beweis dagegen spricht, wenn deine aktuelle Welt dich anzuschreien scheint, dass du gescheitert bist, dir den ausgestreckten Mittelfinger mit beiden Händen entgegenstreckt – deine neue Realität ist dennoch in Arbeit. Die Brücke von deinem jetzigen Sein zur Wunschrealität befindet sich in der Entstehung, auch wenn du es nicht sehen kannst.
Was du als Rückschläge im Außen erlebst, ist kein Misserfolg. Es ist eher eine Art Reifephase. Ein unsichtbares Zwischenstadium, sonst nichts. Es ist eine Reflektion deines früheren Bewusstseinszustandes und unwichtig.
Nutze diese Zeit, um die die Mechanismen deines Bewusstseins zu verstehen. Studiere und lerne weiter - und reagiere nicht auf die Außenwelt.
Du wirst berechtigt einwenden, dass man manche Dinge nicht einfach ignorieren kann und auf sie reagieren muss. Und das stimmt. Doch Bob Proctor würde dir jetzt antworten: „Do not react, respond.“
Ich habe fast 3 Jahre benötigt, vielleicht länger, aber das muss ja nicht jeder wissen, um zu verstehen, was er damit meint. Obwohl er es - gefühlt - 500 mal erklärt hat.
Ich gebe dir jetzt meine Interpretation seines Satzes, also wie ich ihn im Alltag nutze, wenn mir etwas Unangenehmes in der Außenwelt passiert.
Wenn du Do not react, respond ins Deutsche übersetzt, dann steht da: Reagiere nicht, antworte.
Das bedeutet einerseits, dass du deinen Bewusstseinszustand, also den des bereits erfüllten Wunsches, nicht verlassen darfst, nur weil das Außen dich torpediert (= Reagiere nicht).
Du musst genau in dem Augenblick in dem die Außenwelt dich in dein früheres Mangelbewusstsein zurück ziehen will, deine Schwingung halten.
Das tust du, indem du dir rational erklärst, dass das, was da gerade passiert, nur eine Rückspiegelung deines früheren Bewusstseinszustandes ist und du dafür Verständnis und Liebe aufbringen kannst, weil du den Prozess und deine eigene Verantwortung für diese unangenehmen Ereignisse erkannt hast (= antworte).
Die Außenwelt verliert dann ihre Macht, denn sie ist nicht getrennt von dir, sie war es nie. Sie ist nur der Spiegel deines alten Ichs. Sie existiert schon gar nicht mehr, sie ist bloß ein altes Radiosignal, das noch nachhallt.
Die Brücke der Ereignisse
Neville Goddard betonte immer wieder, dass eine innere Annahme zur äußeren Tatsache wird.
“If you see it in your mind, you can hold it in your hand.” (Bob Proctor)
"Diese Aussage ist so wahr, wie zwei und zwei vier ist." (Napoleon Hill)
Doch zwischen dem Moment, in dem du einen neuen Zustand in deinem Inneren einnimmst, also in den Bewusstseinszustand des Ich habe es schon, gehst, und dem Augenblick, in dem er sich im Außen zeigt, liegt ein bestimmter Zeitraum.
Goddard nannte diese Phase die „Brücke der Ereignisse“.
Stell dir einen Gärtner vor, der einen Samen in die Erde pflanzt. Er käme niemals auf die Idee, den Samen am nächsten Morgen wieder auszugraben, um zu prüfen, ob er wächst.
Er weiß, dass in der absoluten Dunkelheit des Bodens Prozesse ablaufen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind:
Die Schale weicht auf, die Wurzeln wachsen nach unten, um Halt zu finden, bevor der erste grüne Trieb die Oberfläche durchbricht.
Dein Bewusstsein ist dieser fruchtbare Boden. Deine Annahme ist der Same. Wenn du den Erfolg deines Weges nach den ersten Tagen beurteilst, ziehst du voreilige Schlüsse. Du musst der Dynamik ihre natürliche Tragzeit zugestehen.
Warum die Außenwelt dir anfangs das Gegenteil zeigt
Die materielle Welt hält nicht einfach höflich an, nur weil du deine Gedanken und Gefühle nun geändert hast.
Die Außenwelt ist nicht von dir getrennt. Sie ist dein Spiegel. Deine aktuellen Lebensumstände sind nichts weiter als das verzögerte Echo deiner dominanten Gefühle von gestern, von letzter Woche oder dem vergangenen Jahr. Sie spiegeln wider, wer du einmal warst.
Wenn du dein Leben radikal veränderst, ist das wie das Drehen eines riesigen, tonnenschweren Schwungrades. Wenn es jahrelang in Richtung Mangel, Zweifel oder Einsamkeit gedreht hat, besitzt es eine enorme Energie.
Drehst du es nun in die Richtung von Fülle und Erfüllung, spürst du zuerst den massiven Widerstand des alten Schwungs.
Das, was du am Mittwoch als vermeintlichen Rückschlag erlebst, ist nicht die Antwort auf deine Neuausrichtung vom Montag.
Es ist lediglich die letzte Frucht eines alten Baumes, dessen Wurzeln du im Geist bereits durchtrennt hast. Es sind die letzten Wellen, die am Ufer brechen, während sich auf dem offenen Meer der Ozean bereits beruhigt hat.
"Gestatten Sie sich niemals, enttäuscht zu sein. Es kann passieren, dass Sie erwarten, etwas Bestimmtes zu einem bestimmten Zeitpunk zu erreichen, und wenn das zu diesem Zeitpunkt nicht eintrifft, mag Ihnen das wie ein Misserfolg vorkommen. Doch wenn Sie an Ihrem Glauben festhalten, werden Sie feststellen, dass der Misserfolg nur scheinbar war."
(Wallace D. Wattles)
Um zu verstehen, wie sich diese Dynamik im echten Leben entfaltet, werfen wir einen Blick auf zwei Erfahrungen von Neville Goddards Schülern:
Beispiel 1:
Eine Frau fokussierte sich darauf, eine harmonische Partnerschaft mit einem Mann zu manifestieren, der sich zuvor emotional distanziert und unklar verhalten hatte. Sie nutzte die ihre Vorstellungskraft und visualisierte zwei Wochen lang jeden Abend vor dem Einschlafen das vollendete Glück – das Gefühl seiner Nähe, die liebevollen Worte, das Versprechen einer gemeinsamen Zukunft.
Kurz darauf begegnete sie ihm im Alltag. Doch anstatt der erhofften Annäherung, folgte der Schock: Er verhielt sich kühler denn je, sprach von einer anderen Frau und bat um Distanz.
Für den logischen Verstand war dies das absolute Ende. Doch die Frau weigerte sich, nach dem Augenschein zu urteilen. Trotz brennender Augen und klopfendem Herzen kehrte sie in derselben Nacht in ihrer Vorstellung zu dem inneren Zustand des erfüllten Wunsches, dem Endergebnis, zurück. Sie lebte einfach weiter im Ich habe es.
Dann passierte etwas Unglaubliches. Innerhalb weniger Wochen brachen die alten, blockierenden Strukturen in ihrem Wunschpartner zusammen.
Unvorhersehbare Umstände ordneten sich neu, er suchte von sich aus den Kontakt, entschuldigte sich und die Beziehung manifestierte sich exakt so, wie sie es im Inneren beansprucht hatte.
Der scheinbare Zusammenbruch war lediglich das notwendige Aussortieren des alten Echos.
Beispiel 2:
Ein Mann träumte von einem eigenen Zuhause. In seiner kleinen, beengten Wohnung, für die er kaum die monatliche Miete aufbringen konnte, entfachte sich in ihm ein tiefer, unerschütterlicher Wunsch: ein eigenes Haus.
Er begann, Goddards Visualisierungstechnik anzuwenden. Jeden Abend, kurz bevor er einschlief, tauchte er in eine lebendige, innere Welt ein: Er spazierte durch die hellen Räume seines Traumhauses, betrachtete den Garten vor dem Fenster, lauschte dem Widerhall seiner Schritte auf dem Holzboden. Nacht für Nacht, mehrere Monate lang.
Doch die äußere Welt schien sich gegen ihn verschworen zu haben. Die Miete seiner kleinen Wohnung stieg, unvorhergesehene Kosten türmten sich auf, und er musste die Familie um Geld bitten, nur um über die Runden zu kommen. Wer ihn beobachtete, sah jemanden, der strauchelte.
Doch er ließ sich nicht beirren. Ungeachtet der äußeren Umstände hielt er an seiner inneren Vision fest – und lebte in Gedanken bereits in jenem Haus.
Dann, unvermittelt, meldete sich ein Cousin, zu dem der Kontakt seit Jahren abgebrochen war. Er hatte eine Immobilie geerbt, wollte sie aber nicht selbst bewirtschaften, und bot sie dem Mann zu einem symbolischen Preis an – mit der Möglichkeit, sie nach einem Jahr vollständig zu übernehmen. Der Mann zog ein. Es war exakt das Haus, das er sich vorgestellt hatte.
Was war in jenen schwierigen Monaten wirklich geschehen, als das Haus im Unsichtbaren verborgen lag?
Der finanzielle Druck hatte den Mann dazu gebracht, Kontakt zur Familie aufzunehmen – und genau diese Verbindung öffnete die entscheidende Tür.
Der scheinbare Rückschlag war in Wirklichkeit ein notwendiger Schritt im verborgenen Ablauf der Dinge.
Hätte er in jenem Moment aufgegeben und gesagt: „Es funktioniert nicht – ich konzentriere mich nur noch aufs Überleben", wäre der Anruf nie gekommen. Er wäre in seinen alten Zustand zurückgefallen und dort geblieben.
Doch weil er trotz widriger Umstände stand hielt und seine innere Haltung bewahrte, entfaltete sich wie von Zauberhand eine Ereigniskette, die zum Erfolg führte.
"You can`t connect the dots looking forward, you can only connect them looking backwards." (Steve Jobs)
(Übers.: Man kann die Punkte nicht verbinden, wenn man nach vorne blickt; man kann sie nur verbinden, wenn man zurückblickt.)
Das ist der Kern dieser Praxis. Du musst nicht wissen, wie es geschieht. Du musst lediglich den inneren Zustand einnehmen und in ihm verweilen. Das „Wie" liegt in den Händen einer Kraft, die weit jenseits des planenden Verstandes wirkt.
Manchmal ist das, was wir im Außen als Widerspruch wahrnehmen, jedoch kein Reinigungsprozess des Universums, sondern die direkte Projektion unserer eigenen kognitiven Dissonanz.
Denn du kannst dich nicht fünf Minuten lang in einen bestimmten Bewusstseinszustand versetzen und den erfüllten Wunsch visualisieren und fühlen, und dann die restlichen Stunden des Tages in einem tiefen Mangel-Bewusstsein verbringen.
Dein dominanter Bewusstseinszustand bestimmt deine energetische Schwingung. Wenn dir der Spiegel der Welt über einen längeren Zeitraum also ein duales, zerrissenes Bild zeigt, frage dich ehrlich: In welchem Zustand verweile ich die meiste Zeit des Tages?
Dein 6-Schritte-Fahrplan: Wie du das Zwischenstadium meisterst
Wenn du die mentale Arbeit getan hast und die Welt dir dennoch die kalte Schulter zeigt, nutze die folgenden sechs Schritte, um deinen Bewusstseinszustand zu halten:
1. Triff die Entscheidung, es zu tun.
2. Wähle die richtige Szene aus (max. 3-5 Sekunden).
Erschaffe vor deinem inneren Auge eine kurze Filmsequenz und erfülle sie mit Sinneswahrnehmungen. Wichtig: Wähle einen Moment, der zeitlich nach der Erfüllung deines Wunsches liegt.
3. Nutze den Zustand kurz vor dem Einschlafen (SATS).
In dieser Phase (State Akin to Sleep) ist dein Unterbewusstsein offener für Prägungen. Spiele die Szene in dem Moment immer wieder durch.
4. Reagiere nicht mehr auf die äußere Welt.
Leugne die aktuellen Fakten nicht krampfhaft, aber entziehe ihnen die Bedeutung. Sag dir beim Blick auf den leeren Kontostand oder das kühle Verhalten deiner Wunschperson: „Das ist nur der Schatten von gestern. Ich kenne meine wahre Realität.“
5. Diszipliniere deine inneren Monologe.
Ertappst du dich bei einer mentalen Abwärtsspirale, verurteile dich nicht. Lenke die Gedanken sanft um. Frage dich: „Wie würde ich jetzt denken und sprechen, wenn mein Wunsch bereits absolute Realität wäre?“ Kultiviere diesen neuen inneren Dialog, bis er dir natürlicher vorkommt als der alte.
6. Lebe dezent, aber spürbar vom Ende her.
Du musst im Alltag keine theatralischen Aufführungen starten oder Geld ausgeben, das du nicht besitzt. Es geht um eine subtile, innere Veränderung deines Ausdrucks. Triff kleine Entscheidungen aus deinem neuen Selbstbild heraus: Welche Kleidung wählt jemand, der erfolgreich ist? Wie verbringt eine geliebte, sichere Person ihren Feierabend? Diese Mikro-Entscheidungen verankern das neue Paradigm in deinem Nervensystem.
Du hast nun den Samen gepflanzt. Lass ihn im Verborgenen wachsen. Das Universum prüft dich nicht; es gibt lediglich eine naturgegebene Verzögerung zwischen Ursache und Wirkung.
Bleibe unerschütterlich in deiner Annahme verankert. Die äußere Welt hat am Ende keine andere Wahl, als sich deiner inneren Gewissheit zu beugen. Es ist bereits vollbracht. Glaube es, fühle es, spüre die Dankbarkeit.
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