Wie visualisiere ich die Textnachricht einer bestimmten Person?

|Jessica Zeyer
Wie visualisiere ich eine Textnachricht einer bestimmten Person?

Vielleicht fragst du dich, ob es eine Art perfekte Kombination aus Bildern gibt – einen ganz bestimmten Moment inklusive Details –, deren Visualisierung schließlich dazu führt, dass deine Wunschperson dir schreibt. Was ich dir jetzt sage, mag dich überraschen, weil Visualisierungstechniken sehr, sehr oft falsch gelehrt werden.

Die Szene selbst hat keine Kraft, Bilder haben keine Manifestationsfähigkeiten. Du ganz allein bist und hast die Kraft - durch deine Gefühle. Eine visualisierte Szene soll oder kann lediglich ein Mittel sein, um Emotionen in dir zu erzeugen. Wenn du dich also fragst, was genau du dir vorstellen sollst oder musst, damit eine bestimmte Person dir schreibt, musst du eigentlich eine ganz andere Frage stellen:

Was muss ich als wahr über mich selbst, über die Person und über uns beide annehmen, damit es das natürliche und unvermeidliche Ergebnis ist, dass die Person sich bei mir meldet?

Genau diese Frage werde ich dir beantworten – anhand der Prinzipien von Goddard.

Welche Szene musst du dir also wie vorstellen, damit die Person dir schreibt? Ich möchte hier ein paar Schritte auflisten, zu denen du sicher Fragen entwickeln wirst, da es sich kompliziert anhören mag, aber ich will dir dennoch eine Art Gerüst zeigen.

Du musst innerlich zu der Person werden, für die es völlig normal und natürlich ist, eine Message von dieser anderen Person zu bekommen. Wenn du zu der Person geworden bist, kommt die Nachricht. Du wirst die andere Person weder manipuliert noch irgendwas erzwungen haben. Wenn du zu der Person geworden bist, hat die andere Person nur die Möglichkeit, dir zu schreiben. Weil es deine Wahrheit, dein Bewusstseinszustand ist.

Du musst verstehen, dass dein Bewusstseinszustand die einzige Realität ist, die existiert. In diesem Moment und in jedem anderen Augenblick manifestierst du durch ihn. Durch das, was du gerade denkst und fühlst (in der Regel produzieren deine Gedanken ein Gefühl). Die Außenwelt, die du gerade siehst, ist nicht real. Sie ist nur ein Spiegel deines früheren Bewusstseinszustandes. Sie hat keine Macht, absolut keine. Es sei denn, du reagierst auf sie.

 Alles, was du in der äußeren Welt wahrnimmst – jeder Umstand, jedes Gespräch und Geschehen, jede Textnachricht oder deren Ausbleiben – ist schlicht dein eigenes nach außen gedrücktes (vergangenes) Bewusstsein.

Es ist dein eigenes ‚Wesen', das sich da zeigt. Wenn du dich also fragst, welche Szene du dir nun für das Erhalten einer Textnachricht vorstellen musst, dann musst du dir dich in einem inneren Zustand vorstellen, in dem der Erhalt der Textnachricht für dich ganz natürlich erscheint.

Deine äußere Welt spiegelt deinen Bewusstseinszustand wider. Veränderst du also dich, verändert sich auch das Außen.

Oft wird gelehrt, du sollst visualisieren und so „tun als ob". Bitte vergiss das ganz schnell. Denn so „tun als ob" geschieht immer aus einem Mangel heraus. Wer „so tut als ob" ist in einem Bewusstseinszustand des Mangels. Und wie ich oben angeführt habe, spiegelt sich dieser Bewusstseinszustand dann zeitverzögert im Außen. Es ist also erforderlich, die innere Haltung des „Schon-Habens" einzunehmen.

Die richtige Szene

Du musst auch aufpassen, nicht die falsche Szene zu visualisieren und zu fühlen. Stell dir einfach mal folgendes Beispiel vor: Du setzt oder legst dich hin. Du schließt die Augen und siehst dein Telefon aufleuchten. Du siehst den Namen der bestimmten Person auf dem Bildschirm. Du liest nun die Worte: „Hallo, wie gehts dir?" Oder irgendeinen anderen Text.

Du spürst dabei Aufregung, Euphorie, eine extreme Erleichterung. Weil man dir irgendwann mal erzählt hat, du sollst euphorische Gefühle beim Visualisieren erzeugen. Du wiederholst diese Szene immer wieder – in der Hoffnung, dass sie sich erfüllt. Und nichts passiert. Null. Oder es passiert eben ein bisschen was, aber nicht das, was du willst. Warum ist das so? Was machst du falsch? Leider eine ganze Menge.

Die Szene, die du dir in diesem Beispiel vorstellst, ist nicht die Erfüllung deines Wunsches – sie ist nur das Eintreffen eines Beweises. Und wenn du dir vorstellst, einen Beweis zu empfangen, bestätigst du damit, dass du das, was du willst, noch gar nicht hast. Du stellst es dir aus einem Zustand des Mangels vor – nicht aus einem Zustand der Erfüllung. Goddard drückte sich hier bemerkenswert klar aus. Er sagte, du darfst dir nicht vorstellen, etwas zu bekommen. Du sollst es dir vom Ende her vorstellen.

Du musst also den Zustand einnehmen, der deiner wäre, wenn du bereits vollständig erfüllt wärst. Doch was ist das für ein Zustand? Es ist jedenfalls nicht Aufregung. Es ist nicht Erleichterung. Und erst recht keine Euphorie. Es ist pure Selbstverständlichkeit. Es ist innere Ruhe und das Wissen, schon immer gehabt zu haben, was du jetzt eben hast. Wenn du also möchtest, dass eine bestimmte Person dir schreibt, lautet die Frage nicht: Was muss in der Nachricht stehen, was ist der richtige Text, den ich visualisieren muss?

Die eigentlich richtige Frage lautet, was du eigentlich wirklich begehrst. Es ist sicher nicht die ängstliche, unbeständige Auf-und-Ab-Dynamik, die du vielleicht kennst oder hattest, nicht das Hinterherlaufen, das Warten auf Nachrichten, das Abwarten, die immer subtil auftretende Unsicherheit. In Wahrheit möchtest du die vollständig erfüllte Version haben. Eine feste Beziehung oder Ehe. Würden sie dir in einer solchen Situation schreiben?

 Natürlich würden sie das tun. Und wenn sie es tun – wie fühlst du dich dabei? Die Antwort lautet: Normal. Geliebt. Sicher. Du bist nicht euphorisch, wenn eine Nachricht kommt. Du denkst nicht: „Gott sei Dank, endlich." Du denkst: Oh, eine Nachricht, mal sehen, was er oder sie schreibt. Das ist der Zustand. Das ist das Gefühl. Und genau das musst du dir vorstellen (fühlen!) – so lange, bis es sich für dich ganz natürlich anfühlt, bis es deine automatische innere Annahme wird, bis du es dir gar nicht mehr anders vorstellen kannst.

Nun lass uns ansehen, welche Szene du für dich nutzen kannst.

Neville lehrte, dass die besten Szenen kurz, einfach und wiederholbar sind. Sie sollen die Erfüllung deines Wunsches widerspiegeln – doch ohne sich auf den Wunsch selbst zu konzentrieren. Hier ist die Szene, die ich dir vorschlage – du kannst sie natürlich an deine Umstände anpassen, aber das Prinzip muss immer dasselbe bleiben:

Stell dir vor, du liegst abends im Bett oder sitzt entspannt auf der Couch und lässt den Tag ausklingen. Du spürst, wie dein Telefon vibriert. Gelassen nimmst du es in die Hand – nicht ängstlich, nicht euphorisch, einfach gechillt. Du siehst den Namen der Wunschperson. Du lächelst – doch nicht überrascht, sondern gelassen, ruhig, wissend. Ein leises inneres: ah, eine Nachricht von ihm/ihr. Du musst die Nachricht nicht vollständig durchlesen oder vor dir sehen, du musst nicht jedes Wort skripten – tatsächlich ist es besser, wenn du es nicht tust.

Was zählt, ist nur das Gefühl, das du in dem Moment hast (Wichtig: Bilder ohne Gefühl haben keine Manifestationskraft!). Das Gefühl, geliebt zu werden. Das Gefühl, dass an dich gedacht wurde. Das Gefühl gegenseitiger Verbindung – dass zwischen euch alles stimmt. Vielleicht stellst du dir vor, wie du eine kurze Antwort tippst. Vielleicht legst du das Telefon weg und fühlst dich zufrieden – mit dem Gedanken: So ist es jetzt einfach.

Es ist Normalität, in Kontakt zu sein. Dann wiederholst du diese Szene. Du fühlst sie – immer wieder – bis du in diesem Gefühl einschläfst. Im Gefühl: Es ist bereits vollbracht. Es ist da, es ist bereits Teil deines Lebens, in Kontakt zu sein. In dir ist keine Euphorie, keine Aufregung, einfach nur Ruhe und ein ruhiges Gefühl der Normalität. Das ist die Szene, die du nutzen könntest. Siehst du den Unterschied? Du stellst dir die Nachricht nicht vor, um Erleichterung vom Schmerz der Abwesenheit zu bekommen. Du stellst dir aus dem Zustand heraus vor, in dem ihre Anwesenheit in deinem Leben bereits eine feststehende Tatsache ist. Die Nachricht selbst ist nicht das Wunder – die Nachricht ist der Beweis des „Wunders“, das du bereits in deinem Leben hast.

In dem Moment, in dem es dir gelingt, diesen Zustand vollständig einzunehmen, in dem Moment, in dem du einschläfst oder in den Tag startest im Gefühl, dass es wahr ist, hat die äußere Welt keine andere Wahl, als sich anzupassen. Sie muss es – denn die äußere Welt ist keine separate, unabhängige Realität. Sie ist dein Bewusstsein, das sichtbar gemacht wurde. Verändere das Innere, und das Äußere muss folgen. Es gibt nur das Bewusstsein, dein Bewusstsein. Es ist die einzige Wirklichkeit, die existiert. Die äußere Welt ist nur der Schatten, der Spiegel deiner früheren Gefühle. Denn der „Schatten" zeigt sich immer zeitverzögert.

Diese Annahme bedeutet, dass die äußere Welt keinerlei Macht hat. Sie ist wie ein altes Schwarz-Weiß-Foto. Nicht sie bestimmt über dich, sondern du allein, du ganz allein bestimmst über sie.

Warum es bisher nicht manifestiert ist

Kommen wir nun dazu, dass dein „Visualisieren" bisher nicht funktioniert hat.

Vielleicht hast du den Eindruck, es funktioniert bei dir nicht. Vielleicht denkst du jetzt: „Aber ich habe mir schon etwas vorgestellt. Ich habe visualisiert. Ich habe das Gefühl gespürt. Und trotzdem haben wir noch immer keinen Kontakt miteinander. Warum ist das so, was mache ich falsch?" Ich werde es dir sagen. Du hast dir etwas vorgestellt – ja. Aber du hast nicht durchgehalten, du bist nicht dauerhaft im Zustand des „Ich habe es bereits" geblieben.

Oder du hast dir den Wunsch vorgestellt, doch nicht die bereits erfolgte Erfüllung des Wunsches. Oder du hast dir einmal etwas vorgestellt, dich einen Moment gut gefühlt – und bist dann den Rest des Tages in deinen bisherigen Zustand des Mangels zurückgekehrt: in den Zustand der Abwesenheit, der Sehnsucht, des ängstlichen, kontrollierenden Blicks aufs Telefon, der Kommunikation mit Freunden, dass sie sich immer noch nicht gemeldet haben usw. Du musst dich für einen Zustand entscheiden, du darfst nicht hin und her springen.

Ein bisschen visualisieren, ein wenig spielen und dann im alten Gefühl weitermachen wird nicht ausreichen. Der Bewusstseinszustand, in dem du dauerhaft bist, nur er, wird sich manifestieren. Und hierzu ist keine Anstrengung nötig, nur eine klare Entscheidung für eben diesen Zustand.

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